Menschen sind verstreute Inseln
im Eismeer der Einsamkeit;
Liebe baut Brücken vom Ich zum Du,
vom irdischen zum überirdischen Ufer:
Ich bin nichts mehr, so sehr bin ich Du.
Wer diesen Zustand erreicht hat,
den kann nichts zerbrechen.
Zenta Maurina
Liebe Leserin, lieber Leser!
Als wir beide 1998 die Chefredaktion des Beratungsdienstes simplify your life übernahmen und ein Servicetelefon einrichteten, dauerte es nicht lange, bis wir erkannten, welches Thema auf der Kompliziertheitsliste den ersten Platz einnahm: die Beziehungsfrage. Nirgendwo herrschte mehr Verwirrung und Verzweiflung, nirgendwo gab es so viel Anspruchsdenken und Durcheinander auszuhalten. Ein chaotischer Haushalt oder ein in Papierfluten untergegangenes Büro waren ein Klacks dagegen - nichts schrie so sehr nach Vereinfachung wie das große Thema der Liebe zwischen Mann und Frau. Auch wenn wir beide keine Paartherapeuten sind, so haben wir uns doch über all die Jahre immer wieder an der Aufgabe versucht, mit unseren Artikeln ein bisschen Ordnung im großen Haus der Beziehungen zu machen und Brücken zu bauen vom Ich zum Du.
Dem Thema haben wir beide uns unterschiedlich genähert: Marions langjährige Erfahrungen mit Kursen zur Persönlichkeitsentwicklung haben ihr geholfen, bei Partnerschaftsfragen prozessorientiert zu denken und einen systemischen Blickwinkel einzunehmen. Auf dieser Basis hat sie das Stationenmodell der fünf Wohnungen der Liebe entwickelt, dem die Hauptkapitel dieses Buches gewidmet sind. Viele praktische Einsichten daraus stammen aus dem Dialog mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser Seminare, denen wir dafür herzlich danken. Seit 2001 das Buch simplify your life erschienen ist, hat Tiki viele Vorträge gehalten, danach Bücher signiert und in so gut wie jedes Exemplar ein kleines Bild zeichnen dürfen. Das am häufigsten verlangte Motiv war eine Illustration, die er meist am Ende des Vortrags vorgestellt hat. Er hat nicht mitgezählt, aber dieses eine Bild hat er wohl bald 1000-mal zeichnen dürfen. Manche haben Fotos geschickt, wie das Bild über dem Sofa im Wohnzimmer hängt, es wurde Leitmotiv für Hochzeitspredigten und eine Art modernes Wappen auf Visitenkarten. Die überwältigende Resonanz auf diese kleine einfache Zeichnung war es, die uns schließlich ermuntert hat, ein Buch über die Liebe zu schreiben. Wir haben daraus einmal mehr gelernt, welche seelische Unterstützung von einem positiven Bild ausgehen kann: Prozesse brauchen Bilder, und Bilder lösen Prozesse aus.



